Impfungen sind der beste Schutz vor Infektionskrankheiten
Impfstoffe haben in der Vergangenheit mehr Leben gerettet als irgendeine andere Gesundheitsmaßnahme. Impfen ist damit eine der wirksamsten Vorbeugemaßnahmen, die der Medizin zur Verfügung stehen.
Die Gefahren, die von Infektionskrankheiten ausgehen, sind auch im Zeitalter der Antibiotika nicht gänzlich gebannt. So stirbt rund jeder zehnte schwer Erkrankte trotz Behandlung mit wirksamen Antibiotika an den Folgen der Infektion mit Pneumokokken oder Meningokokken.
Vorbeugen statt heilen lautet da die Devise. In der Prävention von Erkrankungen haben sich Impfungen bewährt. Wie effektiv sie sein können, zeigt die Ausrottung der Pocken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führte 1967 weltweit die Pflichtimpfung gegen Pocken ein. Mit großem Erfolg, denn bereits zu Beginn der 1980er Jahre, also keine 20 Jahre später, erklärte die WHO die Welt für pockenfrei.
Viele hielten die Masern bereits für ausgerottet und damit eine Impfung für unnötig. Dass dem nicht so ist, zeigte sich 2006 in Nordrhein-Westfalen. Hier erkrankten mehr als 1700 Menschen an Masern, darunter auffällig viele ältere Jugendliche und Erwachsene.
Warum ist Impfen so wichtig?
Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst vor Infektionskrankheiten, sondern auch andere. Sind viele Menschen geimpft, können sich Krankheitserreger nicht mehr so leicht ausbreiten. Davon profitieren vor allem Kinder, die noch keinen ausreichenden Impfschutz aufgebaut haben und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Zudem trägt eine hohe Durchimpfungsrate dazu bei, Krankheiten endgültig auszurotten, wie es bereits mit den Pocken gelungen ist.
Impfungen für jedes Lebensalter
Nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen sollte daher in regelmäßigen Abständen der Impfschutz überprüft werden. Denn nicht alle Impfungen halten ein Leben lang, sie müssen von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden. Fragen Sie hierzu Ihren Haus- oder Kinderarzt. Anhand des Impfausweises kann er überprüfen, welche Impfungen sinnvoll sind, um vorhandene Impflücken zu schließen.
Wann sollte man impfen?
Gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut sollen Impfungen zum frühestmöglichen Zeitpunkt durchgeführt werden, um die meisten zu erwartenden Krankheitskomplikationen zu verhüten. Wann welche Impfung verabreicht werden kann, legt die STIKO in ihrem stets aktualisierten Impfkalender fest.
Die Wirksamkeit und insbesondere die Sicherheit von Impfstoffen, die Säuglingen verabreicht werden, werden kontinuierlich überwacht. Moderne Impfstoffe sind sicher und nebenwirkungsarm. Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt über sinnvolle Impfungen für Ihr Kind und nach welchem Impfschema diese am besten verabreicht werden.
Frühgeborene haben ein erhöhtes Risiko, an einer invasiven Pneumokokken-Erkrankung zu erkranken, daher ist für sie eine Impfung besonders wichtig. Die Impfung wird dabei ab dem Geburtstermin nach dem normalen Impfschema durchgeführt und nicht ab dem berechneten Geburtstermin.
Trotz Fieber impfen?
Gerade in den Wintermonaten haben Säuglinge und Kleinkinder häufig Infekte, die auch mit Fieber einhergehen können. Viele Eltern verschieben in solchen Fällen die empfohlenen Standardimpfungen ihres Kindes, aus Sorge, ihr krankes Kind zusätzlich zu belasten. Ein banaler Infekt mit Temperaturen unterhalb von 38,5°C ist aber kein Hinderungsgrund für eine zeitgerechte Impfung, wie die STIKO in ihren Empfehlungen unterstreicht.
Wird die Impfung dennoch verschoben, sollte der Aufschub so gering wie möglich ausfallen. Sprechen Sie mit dem Kinderarzt und lassen Sie nach Möglichkeit die Impffähigkeit erneut nach 2-3 Tagen überprüfen.
Darüber hinaus zählt die STIKO in ihren Impf-Empfehlungen eine Reihe von Gründen auf, die fälschlicherweise als Hinderungsgrund für eine Impfung angesehen werden.
Dazu zählen u.a.:
- Möglicher Kontakt des Impflings zu Personen mit ansteckenden Krankheiten
- Krampfanfälle in der Familie
- Hautinfektionen
- Schwangerschaft der Mutter des Impflings
- Neugeborenengelbsucht
- Frühgeburtlichkeit
- Fieber < 38,5 °C
All diese genannten Punkte sind keine Gründe, eine Impfung zu verschieben.
Für den Erfolg einer Impfung ist es wichtig, das empfohlene Impfschema einzuhalten. Denn ist der Impfschutz noch nicht voll ausgebildet, steigt das Risiko für Erkrankungen. Gerade im ersten und zweiten Lebensjahr, wenn der natürliche Nestschutz des Kindes nachlässt, ist ein lückenloser Impfschutz aber von großer Bedeutung.
Wann sollte keine Impfung durchgeführt werden?
Demgegenüber sollten Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit akuten behandlungsbedürftigen Erkrankungen nicht geimpft werden. Auch eine bekannte Allergie gegen einen Bestandteil des Impfstoffes stellt ein Impfhindernis dar. Zudem sollten Menschen mit Autoimmunerkrankungen (z.B. Multiple Sklerose) keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen erhalten. Konjugatimpfstoffe sind keine Lebendimpfstoffe.
Wie wirken Impfstoffe?
Bei einer Impfung wird das Abwehrsystem mit Bestandteilen eines Krankheitserregers konfrontiert. Diese Bestandteile sind harmlos, ermöglichen es dem Immunsystem jedoch, den echten Erreger zu erkennen und zu bekämpfen. Der Körper produziert so genannte Gedächtniszellen. Diese Zellen speichern dauerhaft die Informationen, die zur Bekämpfung des Krankheitserregers notwendig sind.
Kommt es zu einem erneuten Kontakt mit dem Erreger, werden die Gedächtniszellen aktiviert. Innerhalb kürzester Zeit werden dann Antikörper und Abwehrzellen in großer Zahl erzeugt, die die Keime oft schon eliminieren, bevor sie überhaupt im Körper Fuß fassen können. Der Körper ist in diesem Fall gegen den Erreger und die durch ihn verursachten Krankheiten immun. Außerdem kann er in den meisten Fällen nicht mehr als Wirt und somit nicht mehr als Überträger dienen. Hierdurch können Herdenimmunitätseffekte erzielt werden, was bedeutet, dass auch ungeimpfte Personen in der Bevölkerung nicht infiziert werden können.