Meningokokken
Was sind Meningokokken?
Meningokokken sind Bakterien der Gattung Neisseria menigitidis. Sie können die Meningokokken-Meningitis (Hirnhautentzündung) auslösen.
Welche Erkrankungen können Meningokokken verursachen?
Meningokokken verursachen ausschließlich schwere Erkrankungen. Sie können lebensgefährliche, sehr rasch verlaufende Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen auslösen. Es ist eine sofortige Behandlung im Krankenhaus erforderlich.
Wer ist besonders durch Meningokokken-Infektionen bedroht?
Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche sowie Erwachsene mit erhöhtem Risiko durch chronische Erkrankungen (z. B. Immundefekte). In Deutschland erkranken jedes Jahr durchschnittlich 744 Menschen an einer Meningokokken-Erkrankung. Am häufigsten sind Kinder in den ersten 2 Lebensjahren betroffen. Ein zweiter Erkrankungsgipfel ist bei den 15- bis 19-Jährigen zu verzeichnen.
Kann ich etwas tun, um mein Kind zu schützen?
Impfen ist eine der wirksamsten Vorbeugemaßnahmen, die der Medizin zur Verfügung stehen. Gegen Meningokokken gibt es eine Impfung, die auch Kleinkinder effektiv schützt. Je früher die Impfung durchgeführt wird, desto geringer ist das Risiko, an einer Meningokokken-Infektion zu erkranken.
Wann sollte ich mein Kind impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Meningokokken-Impfung für alle Kinder und Jugendlichen ab dem Beginn des 2. Lebensjahres (also ab Vollendung des 12. Lebensmonats). Zum frühzeitigen Schließen von Impflücken empfiehlt die STIKO das Nachholen nicht erfolgter Impfungen auch nach Überschreiten des 2. Lebensjahres bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Impfung?
Die Meningokokken-Impfung soll so früh wie möglich zu Beginn des 2. Lebensjahres durchgeführt und bei nicht geimpften Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Die Kosten hierfür tragen in der Regel die Krankenkassen.
Können diese Krankheiten nicht einfach mit Antibiotika behandelt werden?
Meningokokken-Infektionen sind zwar mit Antibiotika zu behandeln, bei schweren Infektionen kommt aber die Behandlung nicht selten zu spät. Antibiotika können die Schwere der Erkrankung mindern und die Prognose verbessern. Ohne sofortige Behandlung durch Antibiotika kommt es bei einer Blutvergiftung zum septischen Schock, der akut lebensbedrohlich ist. Allerdings werden immer mehr Erreger unempfindlich (resistent).
Warum wird die Meningokokken-C-Impfung erst im 2. Lebensjahr von der STIKO empfohlen?
Studien in England haben gezeigt, dass zum Erreichen eines Impfschutzes im 1. Lebensjahr deutlich mehr Impfungen als bei einer Impfung im 2. Lebensjahr notwendig sind. Ein vollständiger Impfschutz wird nach Gabe von drei bzw. 2 Impfungen im Säuglingsalter frühestens im Alter von 5-6 Monaten erreicht. Damit könnte selbst bei optimaler, rechtzeitiger Durchimpfung in den ersten Lebensmonaten maximal nur die Hälfte der auftretenden Fälle im 1. Lebensjahr verhindert werden. Da im 2. Lebensjahr eine einmalige Impfung für ausreichenden Schutz sorgt, hat die STIKO die generelle Impfung gegen Meningokokken C im 2. Lebensjahr, also ab vollendetem 12. Lebensmonat, mit nur einer Impfung empfohlen.1
Ist der Impfstoff gegen Meningokokken gut verträglich?
Die Sicherheit des Meningokokken-Impfstoffes wurde in verschiedenen klinischen Studien untersucht, in denen die Impfung Kleinkindern während des 2. Lebensjahres, älteren Kindern und Erwachsenen verabreicht wurde. Die Impfung wird im Allgemeinen gut vertragen. Am Injektionsort kam es häufig zu harmlosen Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen. Fieber von wenigstens 38,0 °C wurde oft beobachtet, in der Regel überstieg es aber nicht 39,1 °C.