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Schwere Pneumokokken-Infektionen: Hirnhautentzündung und Blutvergiftung

Schwere Pneumokokken-Infektionen können eine Hirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung auslösen. Schon in den ersten 24-48 Stunden entscheidet sich oft das Schicksal der Patienten.
 

Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) zählen zu den häufigsten Erregern schwer verlaufender bakterieller Infektionen. Grundsätzlich können Pneumokokken-Infektionen mit Antibiotika behandelt werden. Allerdings werden immer mehr Bakterien gegen diese Medikamente unempfindlich (resistent) oder die Antibiotika-Therapie wird zu spät begonnen. Denn oft entscheidet sich schon in den ersten 24-48 Stunden das Schicksal der Patienten. Schwere Pneumokokken-Infektionen können tödlich verlaufen, bevor die Antibiotika überhaupt zum Einsatz kommen.

Bei einer schweren Infektion mit Pneumokokken kann es zu einer Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningitis) oder einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen.
 

Durch Pneumokokken ausgelöste bakterielle Hirnhautentzündung-Meningitis

Symptome

Eine Hirnhautentzündung äußert sich zunächst durch hohes Fieber und zunehmende, starke Kopfschmerzen, ausgeprägte Unruhe, häufige Desorientiertheit, Benommenheit, Erbrechen, Bewusstlosigkeit und Krampfanfälle. Säuglinge und Kleinkinder sind schläfrig, apathisch, nehmen zu wenig Flüssigkeit auf und erscheinen unzufrieden. Alte Menschen können Symptome eines Schlaganfalls oder eines fieberhaften Verwirrtheitszustandes zeigen.2,3 Die Krankheit ist vor allem im Anfangsstadium schwer von einer banalen Infektion zu unterscheiden. Rasch - innerhalb von wenigen Stunden - kann sich aber ein lebensbedrohlicher Krankheitszustand entwickeln.
 

Therapie

Bei Verdacht auf Pneumokokken-Meningitis wird eine sofortige Antibiotika-Therapie eingeleitet. Etwa 10 % der Erkrankten sterben trotz Antibiotika und ein Viertel trägt Folgeschäden wie Schwerhörigkeit, Taubheit oder Hirnschäden davon.
 

Vorsorge

Der beste Schutz vor Infektionskrankheiten sind Impfungen. Die Pneumokokken-Impfung wird durch die Ständige Impfkommission (STIKO) generell für alle Säuglinge und Kleinkinder ab dem vollendeten 2. Lebensmonat bis zum vollendeten 2. Lebensjahr sowie für alle Personen ab dem 60. Lebensjahr und für Kinder und Erwachsene mit bestimmten Risikofaktoren empfohlen. Gefährdete Kinder im alter von 2-5 Jahren profitieren von einer Gabe des 13-valenten Impfstoffes, wenn sie ungeimpft sind oder in den ersten beiden Lebensjahren ausschließlich mit dem 7-valenten Impfstoff geimpft wurden.1,5,6
 

Durch Pneumokokken ausgelöste Blutvergiftung - Sepsis

Symptome

Gelangen die Pneumokokken ins Blut, können sie sich dort rasch ausbreiten. Typische Symptome der Blutvergiftung können hohes, in Schüben verlaufendes Fieber, schweres Krankheitsgefühl, fehlender Appetit, zu schneller Puls, beschleunigte Atmung und oftmals zu niedriger Blutdruck sein.
 

Therapie

Ohne sofortige Behandlung durch Antibiotika kommt es bei einer Blutvergiftung zum septischen Schock, der akut lebensbedrohlich ist. Selbst bei sofortigem Beginn einer Antibiotika-Therapie besteht die Gefahr einer Resistenz der Erreger gegenüber dem Medikament. Für Pneumokokken muss man z. B. in Frankreich, Spanien oder Ungarn bereits mit Antibiotikaresistenzen in bis zu 50 % der Fälle rechnen.
 

Vorsorge

Die Pneumokokken-Impfung wird durch die Ständige Impfkommission (STIKO) generell für alle Säuglinge und Kleinkinder ab dem vollendeten 2. Lebensmonat bis zum vollendeten 2. Lebensjahr sowie für alle Personen ab dem 60. Lebensjahr und für Kinder und Erwachsene mit bestimmten Risikofaktoren empfohlen.1,5,6

5 EpiBull 33/2010

6 EpiBull 22/20110