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Meningokokken – Schnelles Handeln ist gefragt

Eine Meningokokken-Infektion kann jederzeit auch bei zuvor Gesunden auftreten. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche sowie Erwachsene mit erhöhtem Risiko durch chronische Erkrankungen (z. B. Immundefekte).
 

Meningokokken-Erkrankungen werden durch Neisseria meningitidis (Meningokokken) ausgelöst.1,2 Man unterscheidet insgesamt 12 Serogruppen, wobei mehr als 90 % aller Erkrankungen in Deutschland durch die Serogruppen B und C verursacht wurden. Bei jedem 10. Menschen sind Meningokokken im Nasenrachenraum nachzuweisen, ohne dass es zum Ausbruch einer Krankheit kommt. Da hierdurch ständig Erreger „im Umlauf“ sind, kann man sich jederzeit anstecken. Die Übertragung der Meningokokken erfolgt durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen sowie durch engen Kontakt wie Schmusen oder Küssen. In Deutschland erkranken jedes Jahr durchschnittlich 744 Menschen an einer Meningokokken-Erkrankung. Am häufigsten sind Kinder in den ersten 2 Lebensjahren betroffen. Ein zweiter Erkrankungsgipfel ist bei den 15- bis 19-Jährigen zu verzeichnen. 2007 wurden in Deutschland 436 Fälle einer invasiven Meningokokken-Erkrankung verzeichnet. Invasiv bedeutet, dass die Bakterien in den Körper eindringen und sich dort ausbreiten.

Kann der Erreger die Schleimhautbarriere überwinden und sich über die Blutbahn ausbreiten, kommt es zu unterschiedlichen Krankheitsbildern, je nachdem, welches Organsystem er befällt. In zwei von drei Fällen äußert sich eine Meningokokken-Infektion als Hirnhautentzündung (Meningitis), in etwa einem Drittel der Fälle als Blutvergiftung.
 

Symptome einer durch Meningokokken ausgelösten Hirnhautentzündung - Meningitis
 

Zu Beginn kann es zu uncharakteristischen Beschwerden im Nasenrachenraum kommen. Plötzlich treten dann Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel und schwerstes Krankheitsgefühl auf. Typisch für eine Meningitis sind Nackensteifigkeit und Erbrechen. Häufig sind kleine punktförmige Hautblutungen, sog. Petechien erste Zeichen der Meningokokkenerkrankung.2

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome oft weniger charakteristisch: Fieber, Erbrechen, Reizbarkeit oder Schläfrigkeit, Krämpfe sowie eine vorgewölbte oder harte Schädeldecke (Fontanelle) können auftreten. Die typische Nackensteifigkeit kann fehlen.
 

Symptome einer durch Meningokokken ausgelösten Blutvergiftung-Sepsis
 

Gelangen die Meningokokken ins Blut, können sie sich dort rasch ausbreiten. Typische Symptome der Blutvergiftung können hohes, in Schüben verlaufendes Fieber, schweres Krankheitsgefühl, fehlender Appetit, zu schneller Puls und beschleunigte Atmung und oftmals zu niedriger Blutdruck sein. Häufig sind kleine punktförmige Hautblutungen, sog. Petechien erste Zeichen der Meningokokkenerkrankung.
 

Wie behandelt man eine Meningokokken-Erkrankung?
 

Bei begründetem klinischen Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung wird - noch vor dem endgültigen Erregernachweis - umgehend mit einer Antibiotika-Therapie begonnen.
Antibiotika können die Schwere der Erkrankung mindern und die Prognose verbessern. Ohne sofortige Behandlung durch Antibiotika kommt es bei einer Blutvergiftung zum septischen Schock, der akut lebensbedrohlich ist. Allerdings werden immer mehr Erreger unempfindlich (resistent).
 

Wie kann ich vorsorgen?
 

Da eine durch Meningokokken verursachte Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung rasch einen gefährlichen Verlauf nehmen kann, kommt der Vorbeugung eine wichtige Rolle zu. In Deutschland ist die konjugierte Meningokokken-C-Impfung 2006 in die allgemeine Impfempfehlung aufgenommen worden. Diese Impfung wird für alle Kinder und Jugendliche ab dem Beginn des 2. Lebensjahres (also ab Vollendung des 12. Lebensmonats) empfohlen. Zum frühzeitigen Schließen von Impflücken empfiehlt die STIKO das Nachholen nicht erfolgter Impfungen auch nach Überschreiten des 2. Lebensjahres bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.1

Darüber hinaus wird die Impfung mit Meningokokken-Impfstoffen der Gruppen A, C, W135, Y empfohlen für:

  • Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten
  • gefährdetes Laborpersonal
  • Reisende in betroffene Länder, besonders bei engem Kontakt zu Einheimischen (z. B. Entwicklungshelfer)
  • vor Pilgerreisen (Hadj)
  • Schüler/Studenten vor Langzeitaufenthalten in Ländern mit empfohlener allgemeiner Impfung für Jugendliche oder selektiver Impfung für Schüler/Studenten
  • bei Ausbrüchen oder regionalen Häufungen auf Empfehlung der Gesundheitsbehörde
  • Personen mit engem Kontakt zu einem Erkrankten6