Erkrankungen
Bakterien und Viren können auch im Zeitalter von Antibiotika und guter medizinischer Versorgung gefährlich werden. Vor allem Kinder, deren Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist, sind gefährdet.
Mit der Entdeckung der Antibiotika und verbesserter hygienischer Bedingungen schien der Sieg über Infektionskrankheiten in greifbare Nähe gerückt. Doch deren Erreger haben Strategien entwickelt, wie sie ihrer Bekämpfung entgehen können. Daher sind viele Infektionskrankheiten auch heute noch auf dem Vormarsch. Auch der zunehmende internationale Reiseverkehr und die Öffnung der Grenzen tragen dazu bei, dass wir uns verstärkt mit Krankheitserregern auseinandersetzen müssen, sei es in Form von neuen Erkrankungen (wie Malaria) oder alte, längst besiegt geglaubte (wie Tuberkulose).
Kinder sind besonders gefährdet
Babys und Kinder leiden zudem öfter an Infektionserkrankungen durch Bakterien oder Viren als Erwachsene. Der Grund dafür ist, dass das Abwehrsystem des Körpers bei Kindern noch nicht voll entwickelt ist. Einige Krankheitserreger sind deshalb für Kinder besonders gefährlich. Dazu gehören unter anderem Pneumokokken und Meningokokken. Obwohl gegen Pneumokokken und Meningokokken wirksame Medikamente (Antibiotika) zur Verfügung stehen, verlaufen Infektionen durch diese Erreger in einigen Fällen so rasch, dass etwa jeder 10. Erkrankte mit schwerem Krankheitsverlauf trotz optimaler medizinischer Versorgung nicht gerettet werden kann.
Welche Erkrankungen werden von Pneumokokken und Meningokokken ausgelöst?
Pneumokokken und Meningokokken sind in der Bevölkerung weit verbreitet. In den meisten Fällen führen die Bakterien jedoch nicht zu Erkrankungen, sondern sind Teil der normalen Bakterienbesiedelung im Nasen- und Rachenbereich. In seltenen Fällen kommt es jedoch zu einer starken Vermehrung der Keime, die zu verschiedenen Erkrankungen führen können.
Bei Pneumokokken sind das zumeist „leichtere“ Erkrankungen wie Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Mittelohrentzündung (Otitis media) oder Lungenentzündung (Pneumonie). Aber auch lebensbedrohliche Erkrankungen wie Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) können auftreten. Meningokokken verursachen ausschließlich schwere Erkrankungen. Wie Pneumokokken können sie lebensgefährliche, sehr rasch verlaufende Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen auslösen. Es ist eine sofortige Behandlung im Krankenhaus erforderlich.
Welchen Schutz gibt es vor Pneumokokken und Meningokokken?
Der beste Schutz gegenüber Infektionen durch Pneumokokken und Meningokokken ist die Impfung. Impfungen machen das Abwehrsystem mit wichtigen Eigenschaften von Krankheitserregern vertraut, bevor es tatsächlich zur Ansteckung kommt. Das Immunsystem bildet passgenaue Verteidigungsstrukturen in Form spezialisierter Abwehrzellen und Antikörper aus, die Pneumokokken und Meningokokken im Körper sofort identifizieren und zerstören. Bei einem späteren Kontakt mit dem Erreger, gegen den geimpft wurde, ist das Abwehrsystem bereits auf seinen Gegner vorbereitet. Pneumokokken und Meningokokken können dadurch fast immer mühelos unschädlich gemacht werden, bevor es zum Ausbruch einer Erkrankung kommt. Geimpfte Personen bemerken eine Infektion oft überhaupt nicht, während Nicht-Geimpfte unter Umständen schwer erkranken.